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Grabdenkmäler

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Unbekannte Person 14. / 15. Jahrhundert, Stockheim

Stockheim · Gem. Glauburg · Wetteraukreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Stockheim

Heutiger Aufbewahrungsort:

Der Stein wurde 1965 bei Erdarbeiten im Bereich des Stockheimer Friedhofs in ca. 2 m Tiefe gefunden. Aus dem nahezu unversehrten Zustand ist zu schließen, dass der Stein mehrere Jahrhunderte im Erdreich verborgen war.

Der Stein wird heute im Schlossmuseum Ortenberg aufbewahrt.

Merkmale

Datierung:

14.-15. Jahrhundert

Typ:

Scheibenkreuz-Grabstein

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

15 x 48 cm (B x H)

Beschreibung

Beschreibung:

Weitere Maße (in cm):

Gesamthöhe: 48 cm, Höhe der bearbeiteten Fläche: 20 cm, Scheibendurchmesser: 15 cm, Dicke des Steines: 6,5 cm, Breite der Kreuzbalken: ca. 2 cm.

Kaum ein hessischer Scheibenkreuz-Grabstein ist so gut erhalten wie dieses Stockheimer Stück, denn Scheibe und Fuß sind nahezu unversehrt. Demnach muß der Stein mehrere Jahrhunderte lang im schützenden Erdreich verborgen gewesen sein, da er 1965 bei Erdarbeiten im Bereich des mittelalterlichen Stockheimer Kirchhofs in ungefähr zwei Meter Tiefe gefunden wurde.

Das schlichte Grabmal ist wohl ein bäuerliches, am Ort entstandenes Stück. Mit seinem winzigen Scheibendurchmesser von nur 15 cm steht es allein dem Scheibenkreuz-Grabstein von Södel nahe. Beim vorliegenden Stockheimer Stein dürfen beide Seiten der Scheibe als übereinstimmend aufgefaßt werden, denn die im Detail unvollkommene Identität ist wohl mehr auf ein begrenztes handwerkliches Können des Steinmetzen denn auf gezielte Absicht zurückzuführen.

Die beiden Balken des gleicharmigen, punktsymmetrisch gegliederten Kreuzes gehen unter Ausbildung abgerundeter Ecken nahtlos in den äußeren Ring über - der wesentlichste Unterschied zum Södeler Stein. Die Scheibe sitzt auf einem kleinen, trapezförmigen Schaft gefolgt von einem kaum bossierten Fuß. Bemerkenswert ist die Oberflächenbehandlung der Rundung, die auf der Seitenansicht wiedergegeben ist.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand läßt sich der Stein nicht näher datieren, wobei die fehlenden charakteristischen Stilmerkmale, insbesondere die schlichte handwerkliche Ausführung, jeden Datierungsversuch zusätzlich erschweren. Zweifellos ist er mittelalterlich, doch weder der Romanik noch dem 16. Jahrhundert zugehörig. Demnach darf er dem 14./15. Jahrhundert zugeordnet werden.

Dargestellte Personen:

Unbekannte Person, im 14. oder 15. Jahrhundert verstorben.

Nachweise

Literatur:

  • Azzola, Juliane und Friedrich Karl: Mittelalterliche Scheibenkreuz-Grabsteine in Hessen (= Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde Heft 10), Kassel 1972, S. 18-19 (Text) und 74-76 (Abb.)
  • Azzola, Friedrich Karl: Mittelalterliche Scheibenkreuz-Grabsteine in Stadt und Kreis Büdingen, in: Büdinger Geschichtsblätter 7 (1970/71), S. 11-28

Orte:

Ortenberg · Södel

Sachbegriffe:

Kreuze

Bearbeitung:

Azzola, Juliane und Friedrich Karl: Mittelalterliche Scheibenkreuz-Grabsteine in Hessen (= Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde Heft 10), Kassel 1972 [danach Andreas Schmidt und Otto Volk, HLGL].

Zitierweise
„Unbekannte Person 14. / 15. Jahrhundert, Stockheim“, in: Grabdenkmäler <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/702> (Stand: 5.2.2007)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde