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Fulda – SCHONER: Plan der projektierten Stadterweiterung zwischen Stadtgraben und Bahnhof

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SCHONER: Plan der projektierten Stadterweiterung zwischen Stadtgraben und Bahnhof

Schoner: Plan der projektierten Stadterweiterung zwischen Stadtgraben und Bahnhof, 1871 (ca. 740 x 500 mm, Federzeichnung, verkleinert, HStAM, Best. Karten P II, Nr. 4.297).
Über den Urheber dieses bislang unpubliziert gebliebenen Planes ist nichts bekannt. Offensichtlich beruht er auf dem im Dezember 1870 vom Landmesser Wilhelm Hufnagel im Auftrag der Stadt erstellten Plan der projectirten Stadterweiterung von Fulda (Heiler, Industrialisierung, S. 77; Kirchhoff, Städtebau, S. 586). Möglicherweise war Schoner ein Mitabeiter Hufnagels. Anders als bei Hufnagel wird das rektanguläre Straßenraster nach Süden um zwei von Ost nach West verlaufende Straßen erweitert. Direkt neben dem jüdischen Friedhof, der in beiden Plänen als Todtenhof bezeichnet wird, ist in der Sichtachse vom Bahnhof der Grundriss einer Kirche eingetragen, die allerdings nicht zur Ausführung kam. Stattdessen wurde auf dem nordöstlich vom jüdischen Friedhof gelegenen Straßenblock 1894–96 die evangelische Christuskirche errichtet und 1905 in der Sichtachse vom Bahnhof auf dem im Zuge der Erbauung der Rabanusstraße zugeschütteten Stadtgraben, also auf dem heutigen Universitätsplatz, ein Denkmal für Kaiser Friedrich III. aufgestellt. Wie der Plan der Stadt Fulda von 1910 eindrücklich zeigt, war damit binnen weniger Jahre ein planvoll angelegter Stadtteil entstanden, der die Grundfläche der Altstadt übertraf (vgl. Sonderblatt 11).


Hessischer Städteatlas. IV,3: Fulda
Compiled by Andrea Pühringer, Marburg 2019
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