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Meldungen über Fliegerangriffe auf Eschwege und Frankfurt, 11. Juli 1940

Der Sicherheitsdienst der SS berichtet in seinen geheimen Meldungen aus dem Reich über Fliegerangriffe auf Eschwege und Frankfurt. Auf dem Flugplatz Eschwege hätten zwei Flugzeuge je zwei Bomben auf ein Benzinlager geworfen, wodurch 400 bis 500 Fässer Benzin zu je 200 Litern explodiert seien. Hier herrsche besondere Verbitterung darüber, dass die Flugzeugflak trotz rechtzeitiger Warnung nicht in Aktion trat. Der Bericht kritisierte dabei aber auch das Verhalten der Bevölkerung: Die Disziplin der Bevölkerung war sehr schlecht. Alles eilte sofort nach dem Angriff auf den Flugplatz, um sich den Schaden anzusehen.

In der Nacht vom 7. auf dem 8. Juli sei es trotz des schlechten Wetters völlig überraschend zu einem Fliegerangriff auf Frankfurt gekommen, der zwar nur geringen Schaden angerichtet habe, sich aber umso mehr auf die Stimmung der Bevölkerung ausgewirkt habe. Gerade in diesem Bereich sei die Bevölkerung besonders ängstlich und die Gerüchte besonders zahlreich. Insgesamt sei die Nervosität und die Angst vor Großangriffen mit Gas ganz erheblich und Äußerungen der Presse, daß die Stunde der Vergeltung näherrücke, fänden keine Zustimmung mehr und wirkten wie Öl aufs Feuer.
(OV)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Meldungen über Fliegerangriffe auf Eschwege und Frankfurt, 11. Juli 1940“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/4800> (Stand: 11.7.2020)
Ereignisse im Juni 1940 | Juli 1940 | August 1940
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