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Gespannte Situation in Darmstadt während des Kapp-Putsches, 13.-14. März 1920

Nachdem die rechte Marinebrigade Ehrhardt Berlin kampflos besetzt hat, die rechtmäßige Reichsregierung aus der Hauptstadt fliehen musste und sich der putschende Verwaltungsbeamte Wolfgang Kapp (1858–1922) zum Kanzler des Reiches erklärt hat, kursieren in Darmstadt Gerüchte, dass der sozialdemokratische Staatspräsident und die Regierung des Volksstaats Hessen von der Reichswehrkaserne in Darmstadt aus verhaftet und verschleppt werden sollen. In der Kaserne erscheint ein Herr von Brüning aus Berlin, der sich als neuer Staatspräsident von Hessen vorstellt. Der Kommandant unternimmt in dieser Situation nichts für oder gegen den Abgesandten und lässt ihn laufen. Gegenüber dem Staatspräsidenten Ulrich erklärt er später entschuldigend, er habe den Herrn für geistig nicht normal gehalten.

Am Abend versammeln sich viele Arbeiter im Gewerkschaftshaus in der Bismarckstraße, um notfalls gegen die Putschisten losschlagen zu können. Der Vorsitzende der Darmstädter SPD, Kern, geht schließlich in die Kaserne, um die Haltung des Militärs in Erfahrung zu bringen. Erst nach langem Warten wird Staatspräsident Ulrich und den Arbeitern mitgeteilt, dass das Militär auf dem Boden der Verfassung steht und sich nicht für Putschpläne missbrauchen lässt.
(OV)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Gespannte Situation in Darmstadt während des Kapp-Putsches, 13.-14. März 1920“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/3399> (Stand: 10.6.2020)
Ereignisse im Februar 1920 | März 1920 | April 1920
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