Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Grafen von Ziegenhain

1402 Januar 6

Sühne und Bündnis zwischen Graf Johann II. und Landgraf Hermann von Hessen

Regest-Nr. 1397

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, Urkunden 5, Nr. 1930.
Stückbeschreibung: Pergament.
Siegel: 7 Siegel anhängend.
Regest
Graf Johann [II.] von Ziegenhain (Czieginhain) und Nidda (Nydde) bekundet, dass er mit Landgraf Hermann von Hessen gesühnt worden ist, wegen der Gefangenschaft Graf Johanns und aller daraus, zwischen beiden, entstandener Konflikte (umb allis daz sich davone zuschen yme und uns erlouffen hat). Johann verzichtet auf alle Forderungen und Ansprüche, die er bis dato an Landgraf Hermann bezüglich der Gefangenschaft erhoben hatte. Nach Beratung mit seinen Gefolgsmännern und Städten, hat Graf Johann auch beschlossen, sich mit Landgraf Hermann zu verbünden, sich nicht mehr gegen ihn oder seine Erben zu stellen (also daz wir sin adir sin erben fyend nicht werden soln) und dem Landgrafen sowie der Landgrafschaft keinerlei Schaden zuzufügen. Aus der Feindschaft (fientschafft) zwischen Erzbischof Johann von Mainz (mentze) und Landgraf Hermann wird sich Graf Johann fortan heraus halten und keine der beiden Parteien angreifen. Da auch Johanns Bruder Gottfried mit Landgraf Hermann verfeindet ist, wird Johann versuchen seinen Bruder davon zu überzeugen die Feindschaft ruhen zu lassen (woln wir mit yme versuchen und redden, ab wir dy fientschaffft abe getun kunnen). Sollte dies nicht gelingen und Gottfried auf seinem Bündnis mit Erzbischof Johann von Mainz beharren, so dürfte er fortan keine Angriffe von Schloss oder Grafschaft Ziegenhain in die Landgrafschaft starten. Die gleiche Vereinbarung wird Graf Johann auch mit seinem Bruder Otto treffen. Weiterhin wird Graf Johann zwischen seinem Bruder Gottfried und Landgraf Hermann vermitteln, wegen der Schafe, die Gottfried von einigen Unfreien (arme luden) des Landgrafen vor Gemünden genommen hat. Zu dieser Zeit hatte Gottfried auch fünf Männer des Landgrafen gefangen genommen, die nun auf Johanns Befehl entlassen werden. Siegler: der Aussteller mit dem Schenk zu Schweinsberg (Sweinsperg), der Stadt Treysa (Treysa), Eckhard Küppel (kuppil), Hermann von Helpershain (helffirstein) und Johann Kuhl (kule). Datum anno domini millesimo Quadringentesimo secundam Ipso die festo Epyphania domini.

Weitere Informationen

Alte Archivsignatur: Staatsarchiv Marburg, A I d, Verträge der Landgrafen mit Ziegenhain, unter o. Datum.
Vgl. ID 1398
Otto von Ziegenhain war von 1419 bis zu seinem Tod 1430 Erzbischof und Kurfürst von Trier. Folgend wird er daher als Erzbischof von Trier geführt.

Nachweise

Aussteller

Ziegenhain, Grafen, Johann II.

Empfänger

Hessen, Landgrafen, Hermann II.

Siegler

Ziegenhain, Grafen, Johann II. · Schweinsberg, Schenken · Treysa, Stadt · Küppel, Eckhard · Helpershain, Hermann von · Kuhl, Johann

Weitere Personen

Hessen, Landgrafen, Hermann · Ziegenhain, Grafen, Gottfried IX. · Trier, Erzbischöfe, Otto von Ziegenhain · Mainz, Erzbischöfe, Johann

Weitere Orte

Hessen, Landgrafen · Mainz, Erzbischöfe · Schweinsberg, Schenken · Gemünden an der Wohra

Sachbegriffe

Sühne · Gefangenschaften, Freilassung aus · Gefangenschaften, Grafen in · Bündnisse, lebenslängliche · Bündnisse, Bruch von · Landgrafen, Bündnisse mit · Erzbischöfe, Bündnisse mit · Feinde · Feindschaften · Schafe, Diebstahl von · Bündnisse, Bedingungen von · Verträge · Siegel, städtische · Siegler · Siegel

Textgrundlage

Regest

BT

Zitierweise
Ziegenhainer Regesten online Nr. 1397 <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/zig/id/1397> (Stand: 21.11.2011)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde