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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

Enthüllung eines Denkmals für Justus von Liebig in Darmstadt, 31. Oktober 1913

In Anwesenheit des Großherzogpaares und zahlreicher Ehrengäste wird auf dem Luisenplatz in Darmstadt feierlich ein Denkmal für den deutschen Chemiker Justus Freiherr von Liebig (1803–1873) enthüllt.

Das vor der Merckschen Apotheke an der Ostseite des Platzes aufgestellte Denkmal wurde ist wurde von der deutschen und ausländischen Chemieindustrie gestiftet. Entworfen und gefertigt hat es der deutsche Bildhauer Heinrich Jobst (1874–1943), der 1906 durch Großherzog Ernst Ludwig (1868–1937) als Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie berufen wird.

Justus Liebig, der am 12. Mai 1803 in Darmstadt geboren wurde, war Professor für Chemie und Pharmazie in Gießen (seit 1824) und in München (seit 1852). Er fand seit den 1820er-Jahren mit seinen Entdeckungen, wissenschaftlichen Schriften und Lehrmethoden große Anerkennung, galt europaweit als einer der führenden Chemiker und ist Begründer der Organischen Chemie, der Agrikulturchemie und der Ernährungsphysiologie. Bedeutende Entwicklungen und Entdeckungen Liebigs waren unter anderem die sogenannte Radikaltheorie zur Erklärung des Aufbaus organischer Verbindungen, der Fleischextrakt als Stärkungsmittel für Kranke, der unter der Bezeichnung Liebig-Fleischextrakt ab den 1860er-Jahren in Südamerika in riesigen Mengen produziert wurde, der Mineraldünger, das Chloroform, das Backpulver (eigentlich von einem seiner Schüler erfunden, aber von Liebig weiterentwickelt), die Baby-Fertignahrung, die weitgehend korrosionsbeständige Eisen-Nickel-Legierung (sogenanntes Silberblech).
(KU)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Enthüllung eines Denkmals für Justus von Liebig in Darmstadt, 31. Oktober 1913“, in: Zeitgeschichte in Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/3206> (Stand: 15.8.2017)
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