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Hessische Biografie

Portrait

Karl Plagge
(1897–1957)

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GND-Nummer

130106828

Plagge, Karl [ID = 1780]

* 10.7.1897 Darmstadt, † 19.6.1957 Darmstadt, evangelisch
Ingenieur, Offizier
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Besuch des Ludwig-Georg-Gymnasiums in Darmstadt
  • Leutnant im Ersten Weltkrieg, britische Kriegsgefangenschaft bis 1920
  • Leiden an den Spätfolgen einer Polioerkrankung
  • 1920-1924 Studium des Maschinenbaus an der Technischen Hochschule Darmstadt (Schwerpunkt chemische Technologie)
  • Eröffnete ein chemisch-physiologisches Untersuchungslabor in seinem Elternhaus
  • 1.12.1931 Eintritt in die NSDAP
  • Innere Distanzierung vom Nationalsozialismus, seltene wissenschaftliche Vorträge und Leitung einer Volksbildungsstätte der Deutschen Arbeitsfront
  • 1933 beratender Ingenieur, seit 1938 leitender Ingenieur in die Maschinenfabrik Hessenwerke GmbH, Darmstadt, wo er den Geschäftsführer Kurt Hesse, dessen Ehefrau von den Nationalsozialisten verfolgt wird, als Parteimitglied deckt
  • 1941-1944 Kommandant des Heereskraftfahrparks (HKP) 562 in Wilna. In dieser "kriegswichtigen" Einrichtung waren ihm u.a. 1000-1500 jüdische Arbeitskräfte zugeteilt. Bei der Räumung Wilnas 1944 vor den sowjetischen Truppen, bei der die verblieben Juden von der SS liquidiert werden sollten, ermöglicht er etwa 280 Juden durch eine Warnung vor der bevorstehenden Räumung das Überleben.
  • Rückkehr in das zerstörte Darmstadt bzw. nach Neunkirchen im Odenwald, 1949 Wiederaufbau seines Elternhauses und Wiederaufnahme der Tätigkeit bei den Hessenwerken
  • 22.7.2004 als einer von bis dahin 410 Deutschen in den Kreis der "Gerechten unter den Völkern" in der Gedenkstätte Yad-Vashem aufgenommen
Familie

Vater:

Plagge, Theoderich, 1862-1904, Dr. med., Arzt in Darmstadt, Sohn des Theoderich Plagge, aus Burgsteinfurt, Oberstabsarzt in Darmstadt, und der Johanne Pauls

Mutter:

Bechtold, Marie Johanna Luise von, Tochter des Karl von Bechtold, Hauptmann, und der Marie Sommer

Partner:

  • Madsen, Anke, Heirat 1933. 1905-1987, aus Trier, Tochter des Martin Madsen und der Dora NN.

Verwandte:

  • Plagge, Bernhard <Onkel>, Dr. med., Arzt
  • Plagge, Gerhard <Onkel>, Regierungsbaumeister
  • Plagge, Adolf <Onkel>, Amtsrichter
Nachweise

Literatur:

Bildquelle:

Ausschnitt aus einem Foto der Büste von Karl Plagge auf dem Schulhof des Ludwig-Georgs-Gymnasiums in Darmstadt. Urheber: Lateiner (via Wikimedia-Commons: Datei:LGG Karl Plagge Bueste); CC-BY-SA 3.0

Zitierweise
„Plagge, Karl“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/130106828> (Stand: 16.10.2012)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde