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Der Hessische Rundfunk eröffnet sein eigenes "Drittes" Fernsehprogramm, 5. Oktober 1964

In Beisein des hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn eröffnet der Intendant des Hessischen Rundfunks, Werner Hess, das Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks. Sitz des zunächst als "Hessisches Fernsehprogramm" bezeichneten regionalen Fernsehprogramms ist Frankfurt am Main. Das Sendeprogramm beginnt mit der Ausstrahlung der Sendung "Premiere", die mit Ausschnitten aus den geplanten Angeboten den Zuschauern das neue "Dritte" Regional-Programm vorstellt. Ab dem 6. Oktober nimmt das "Hessische Fernsehprogramm" seinen regulären Sendebetrieb auf. Bis 1. Januar 1966 bleibt die Ausstrahlung auf die Wochentage Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von jeweils 19:30 Uhr bis ca. 22 Uhr beschränkt. Die zunächst zur Verfügung stehenden Sendeanlagen auf dem Großen Feldberg (Hochtaunuskreis) und in Kassel versorgen etwa die Hälfte der hessischen Fernsehteilnehmer. Als Signet und Programmerkennungszeichen dient der hessische Löwe, der am Ende jedes Sendetages der zunächst dreitägigen Sendewoche auf einer Vorschautafel zu sehen ist.
Der Hessische Rundfunk sieht seine "dritte Wahl" als Programm für "qualifizierte Minderheiten" und soll "darüber hinaus das Fernsehen in den Dienst der Volksbildung" stellen. Erklärtes Ziel des Senders ist demnach eine integrative Programmgestaltung, die gleichermaßen "Bildungseliten" ansprechen und Bildungsdefizite im breiten Publikum ausgleichen möchte. Zu diesem Zweck stellt man die Konzeption des Programms auf ein dreigliedriges Fundament, das (1.) die Regionalberichterstattung aus dem Land Hessen, (2.) Fernsehkurse zur Erwachsenenbildung und (3.) Spezialangebote für unterschiedliche Interessengruppen beinhaltet. Ministerpräsident Zinn versichert anlässlich der offiziellen Eröffnung des Sendebetriebs, es sei dafür gesorgt, daß das dritte Programm kein "Freigehege für Professoren" werde.1

Das zwischen dem 5. Oktober und dem 31. Dezember 1964 ausgestrahlte Programm umfasst (ohne die von der ARD übernommene Tagesschau und die Wetterkarte) insgesamt 116 Stunden Sendezeit. Die bis Jahresende 1964 gesendeten Beiträge verteilen sich auf schwerpunktmäßig auf das Bildungsprogramm (mit einem Gesamtanteil von 36,6 %), Unterrichtssendungen (14,6 %) und die Regionalberichterstattung (19,8 %). Weitere Programmbestandteile sind Unterhaltungssendungen (6,9 %), Programmverbindungen (14,6 %) und schließlich als Übernahme des Ersten die Tagesschau und die Wetterkarte (7,8 % Anteil an der Summe aller ausgestrahlten Sendungen).
(KU)


  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7.10.1964, S. 20.
Belege
Weiterführende Informationen
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.8.1964, S. "BuZ" 3: Die Augen auf und auf das Ohr: Vor dem Beginn des dritten Fernsehens in Deutschland / von Peter W. Jansen.
Hebis-Klassifikation
882150, Fernsehen
Hebis-Schlagwort
Hessischer Rundfunk; Hessisches Fernsehprogramm
Empfohlene Zitierweise
„Der Hessische Rundfunk eröffnet sein eigenes "Drittes" Fernsehprogramm, 5. Oktober 1964“, in: Zeitgeschichte in Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/4526> (Stand: 8.8.2017)
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